Aktionsplan Chancengleichheit 2026-2030
Die Universität Zürich (UZH) wie auch die Medizinische Fakultät (MeF) verstehen Chancengleichheit und Gleichstellung aller Geschlechter als wesentliche Voraussetzung für wissenschaftliche Qualität.
Um die Chancengleichheit und Gleichstellung an der MeF voranzutreiben, wurde ein Aktionsplan verabschiedet. Dieser bietet einerseits eine Analyse der aktuellen Lage und definiert andererseits dem Handlungsbedarf entsprechende Ziele und Massnahmen.
Der Aktionsplan Chancengleichheit 2026‒2030 ist eine überarbeitete Version des ersten Aktionsplan Chancengleichheit 2022‒2026. Beide Aktionspläne stellen zugleich Vision wie Orientierungs- und Handlungsrahmen für die Tätigkeiten der Chancengleichheitskommission MeF dar.
Handlungsfelder
Der Aktionsplan ist in vier Handlungsfelder unterteilt:
- Studium und Lehre
- Akademischer Nachwuchs
- Berufungen und Ressourcen
- Kulturwandel
Ansatz
Die Ziele und Massnahmen des Aktionsplans basieren auf dem Ansatz „Gendered Innovations“ der US-amerikanischen Wissenschaftshistorikerin und Wissenschaftstheoretikerin Prof. Londa L. Schiebinger:
- Fix the Numbers - Beteiligung des untervertretenen Geschlechts erhöhen
- Fix the Institutions - Chancengleichheit in der Karriere fördern durch strukturellen Wandel
- Fix the Knowledge - Biologische und soziale Komponenten von Geschlecht in Lehre und Forschung einbeziehen
Handlungsfeld A – Studium und Lehre
Förderung der Chancengleichheit und Diversität im Medizinstudium und der medizinischen Lehre.
Ziel A.1: Etablierung eines diskriminierungsfreiem, diversitätsgerechtem und chancengleichem Studien- und LehrumfeldMassnahme A.1a.: Studierende werden über existierende Reglemente und Anlaufstellen bzgl. Chancengleichheit und Diversität informiert.
- Massnahme A.1b.: Dozierende werden zu relevanten Themen bzgl. diskriminierungsfreier und diversitätssensibler Lehre informiert und geschult.
Handlungsfeld B – Akademischer Nachwuchs
Förderung der Nachwuchsforschenden ab Stufe Doktorat über Habilitation bis zur Assistenz- und Förderprofessur.
Ziel B.1.: Niederschwelliger Zugang zu Karriereentwicklung- und Beratung für Nachwuchswissenschaftler:innen
- Massnahme B.1.a.: Darstellung möglicher Karrierewege in der Medizin mit zugehörigen Testimonials
- Massnahme B.1.b.: Fortführung und Weiterentwicklung des Mentoring-Programms
Ziel B.2.: Finanzierung geschützter Forschungszeit auf verschiedenen Karrierestufen
- Massnahme B.2.a.: Fortführung Laufbahnförderprogramm "Filling the Gap"
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Massnahme B.2.b.: Fortführung des Advanced Clinician Scientist Program (Lead UMZH)
Ziel B.3.: Förderung von Personen in Leitungspositionen
- Massnahme B.3.a.: Fortführung Junior Faculty Development (Lead UMZH)
Handlungsfeld C – Berufungen und Ressourcen
Geschlechter- und diversitätssensible Ausgestaltung von Berufungsverfahren
Ziel C.1.: Etablierung der Gleichstellungskompetenz von Kandidat:innen als relevanted Auswahlkriterium für Führungspersonen.
- Massnahme C.1.a.: Weiterentwicklung Fragepool zur Einschätzung der Führungs- und Sozialkompetenzen in Berufungsinterviews
Handlungsfeld D – Kulturwandel
Kulturwandel hin zu einer geschlechtergerechten Wissenschaftskultur
Ziel D.1.: Unterstützug des Fakultätsvorstandes in seinem Engagement für Chancengleichheit
- Massnahme D.1.a.: Sammlung und Analyse relevanter Daten zur Situation an der MeF UZH mit daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für den Fakultätsvorstand.
- Massnahme D.1.b.: Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen für den Fakultätsvorstand zur Förderung und Implementierung innovativer Leitungs- und Arbeitsmodelle.
- Massnahme D.1.c.: Unterstützung von innovativem Engagement für Chancengleichheit durch den Klara Landau-Preis
Ziel D.2.: Sensibilisierung und Präventionsstrukturen gegen sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch und Diskriminierung
- Massnahme D.2.a.: Ausbau des Bystander-Interventiontrainings