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Lara Gamper

Lara Gamper, Dr. med.

  • Klinik - Lehre
  • Abteilungsleiterin Allgemeine Pädiatrie Leitende Ärztin Allgemeine Pädiatrie und Adoleszentenmedizin

Warum haben Sie sich für diesen Karriereweg entschieden?

Zwischenmenschliches und Kommunikation sind zentrale Werte für mich. Mein Interesse an Menschen und Sprache führte mich zu einem Studium in Linguistik und Literatur, wo ich meine Begeisterung für Lehre entdeckte. Im Medizinstudium fand ich zur Pädiatrie, die mich durch ihre Dynamik und Triangularität fasziniert. Gynäkologie und Geburtshilfe waren ebenfalls eine Option, es erschienen mir mit zwei kleinen Kindern ins Berufsleben startend jedoch unmöglich den Operationskatalog füllen zu können. Meine Entscheidung habe ich nie bereut und meine Nische in der Adoleszentenmedizin gefunden.
Früh war mir klar, dass wissenschaftliches Arbeiten für mich energieraubend ist; trotz Interesse und die Wichtigkeit erkennend fehlt mir die Geduld. In einem forschungsorientierten Umfeld auf dem klinischen Weg zu bleiben ist nicht immer einfach.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Karriereweg?

Am meisten schätze ich, dass eigentlich alles anders kam als geplant – und besser wurde als vorgestellt. Der Auslandsaufenthalt in London war fachlich prägend und als Familie mit schulpflichtigen Kindern eine grosse, bereichernde Herausforderung, möglich dank Unterstützung meines Partners und meiner Familie.
Karriereschritte eröffneten sich teils (zu) früh; ich nutzte Chancen und wuchs über Unsicherheiten hinaus. Meine heutige Führungsrolle war nicht auf meinem Lebensplan, bereichert mich aber sehr. Ich kann meine Stärken einbringen und in einem doch noch historisch männlich geprägten Umfeld Impulse setzen. Vorzuleben, dass engagierte Elternschaft, Spitzenmedizin und Führung vereinbar sind ist mir ein Anliegen. Vorgesetzte, MentorInnen, KollegInnen, FreundInnen gaben und geben mir immer wieder die Stärke meinen Weg weiterzugehen.

Was waren Herausforderungen in Ihrem Karriereverlauf?

Mir selbst treu zu bleiben, war nicht immer einfach. Die klassische „Leiter nach oben“ mit Forschung, Klinik und Lehre – und den Kindern als Stolpersteine prägte meine Karrierevorstellung. Mir fehlten Vorbilder, wie ich Verantwortung im Beruf und präsente Elternschaft verbinden wollte. Heute setze ich meine Energie bewusst da ein, wo meine Stärken liegen: In PatientInnenbetreuung und der Ausbildung von ÄrztInnen und StudentInnen, im Zwischenmenschlichen und der Lehre. Führungsaufgaben übernehme ich gerne – auch wenn es mich immer noch Überwindung kostet, das zu sagen. Ich hatte das Glück auf meinem Weg immer wieder auf Menschen zu treffen, die mich und meinen „anderen“ Weg gefördert und mir Türen geöffnet haben und das Kispi als Arbeitgeber, der es ermöglicht und mich unterstützt die „Karriere“schritte zu gehen. Gleichzeitig musste ich aber jeden Schritt selbst gehen, ich leiste gerne viel und gehe die Extrameile – meine Energien gut einzuteilen, bleibt aber eine Herausforderung.

Wenn Sie nochmals "von vorne" beginnen könnten, was würden Sie in Ihrer Karriere anders machen?

Ich wünschte, ich wäre geduldiger mit mir selbst und weniger selbstkritisch gewesen – und arbeite immer noch daran: meine grösste Kritikerin bin ich selbst. Und ich würde früher versuchen mir Inseln im Arbeitsalltag für mentalen Ausgleich (bei mir Sport) zu schaffen. Es gab viele Weggabelungen, an denen ich Entscheide fällen musste und bin heute überzeugt, dass auch andere Wege zum Ziel gefühlt hätten: ein Leben zu leben, in dem mich meine Arbeit erfüllt und meine Lifelife Balance stimmt.

Was würden Sie Medizinstudierenden, Kliniker:innen und Nachwuchsforscher:innen raten?

Nimm dir Zeit, deine Stärken zu erkennen. Folge mutig deiner Faszination und bleibe neugierig. Sammle Auslandserfahrungen für neue Perspektiven. Traue dich neue Wege zu gehen und Traditionen zu brechen. Suche dir inspirierende MentorInnen und vernetze dich, um gemeinsam zu wachsen: Team-works. Und wenn du das Glück hast, dass ArbeitskollegInnen zu FreundInnen werden, dann gewinnst du in der Lifelife Balance.

CV

Studium

2002-2004 Philosophische Fakultät Universität Zürich, deutsche und englische Sprach- und Literaturwissenschaften

2004-2011 Medizinische Fakultät Universität Zürich

Assistenzzeit

2012-2014 Stadtspital Triemli, Kinderklinik

2014-2017 Universitäts-Kinderspital Zürich

2017-2018 University College London Hospital, UK, Clinical Fellow Adolescent Medicine

2017-2018 Archway Center London, Sexual Health Clinic

Dissertation

Abschluss 2013, Psychiatrische Poliklinik Zürich
unter Prof. Dr. med. G. Hasler und Prof. Dr. med. U. Schnyder: "Veränderung der Körperwahrnehmung auf Katecholamindepletion bei unmedizierten, remittierten Probandinnen mit Bulimia Nervosa und gesunden Kontrollprobandinnen"

Facharzt

2018 FMH Kinder- und Jugendmedizin

2022 Interdisziplinärer Schwerpunkt psychosomatische und psychosoziale Medizin SAPPM

Weitere (klinische) Positionen

Seit 2020: Dozentin Medizinische Fakultät Universität Zürich: Vorlesungen, klinische Studentenkurse, Examinatorin

2018 – 2023: Oberärztin Kinder- und Jugendgynäkologie Universitäts-Kinderspital Zürich
Zertifikat: Qualifizierten Durchführung kinder- und jugendgynäkologischer Sprechstunde, Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie, Deutschland 2021