Theresa Rohm, Prof. Dr.
- Seit 01.02.2026: SNF-Professorin für Endokrinologie Diabetologie und klinische Ernährung
- Forschungsgebiet: Adipositas- und Diabetesforschung Immunometabolismus und interorganische Kommunikation
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| 2010-2013 | Bachelorstudium (B.Sc.) in Biologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland |
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2013-2015 |
Masterstudium (M.Sc.) in Medizinischer Biologie, Universität Duisburg-Essen, Deutschland; Masterarbeit am Novartis Institutes for BioMedical Research (NIBR), Basel, Schweiz
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| 2015 – 2020 |
Promotion (Ph.D.) in Biomedizin, Translationale Diabetologie, Universität Basel und Universitätsspital Basel, Schweiz |
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2020 |
Postdoktorandin in Translationaler Diabetesforschung, Universität Basel und Universitätsspital Basel, Schweiz |
| Seit 2026 |
SNSF-Professorin, Immunometabolismus, |
Schon früh hat mich fasziniert, wie biologische Systeme funktionieren und wie Krankheiten entstehen. Während meines Studiums wurde mir klar, dass ich nicht nur bestehendes Wissen anwenden, sondern auch selbst neue Erkenntnisse gewinnen möchte.
In meiner Masterarbeit bei Novartis in Basel konnte ich erstmals direkt an Fragestellungen der Medikamentenentwicklung arbeiten. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie eng Grundlagenforschung und klinische Anwendung miteinander verbunden sind, und bestärkte mich darin, eine Promotion in der biomedizinischen Forschung zu verfolgen. In dieser Zeit entwickelte sich meine Begeisterung für die translationale Diabetesforschung.
Im Zentrum meiner Forschung steht die Frage, wie Organe und Immunzellen über metabolische Signalwege miteinander kommunizieren und wie sich diese Prozesse therapeutisch nutzen lassen.
Scientific work versus other career paths: Why did you choose science?
Quite early, I was fascinated by how biological systems function and how diseases develop. During my studies, I realized that I did not only want to apply existing knowledge, but also to generate new insights myself. During my Master’s thesis at Novartis in Basel, I had the opportunity to work directly on questions related to drug development. This experience showed me how closely basic research and clinical application are connected and encouraged me to pursue a PhD in biomedical research. It was during this time that I developed a strong interest in translational diabetes research. At the core of my research is the question of how organs and immune cells communicate through metabolic signaling pathways, and how these processes can be harnessed for therapeutic purposes.
Mich begeistert bis heute die Möglichkeit, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und neue biologische Zusammenhänge zu entdecken, insbesondere die Momente, in denen Experimente bislang unbekannte Mechanismen sichtbar machen.
Das Besondere an meiner Arbeit ist, dieses Wissen in neue Therapieansätze zu übertragen, insbesondere zur Behandlung von Volkskrankheiten wie Adipositas und Diabetes. Ebenso bereichernd ist für mich die Zusammenarbeit mit Studierenden und Nachwuchswissenschaftler:innen. Ihre Motivation und Entwicklung zu begleiten, gibt mir viel zurück und inspiriert mich sehr.
What do you enjoy about your work, and what makes it special?
What continues to inspire me is the opportunity to better understand disease mechanisms and uncover new biological connections, especially when experiments reveal previously unknown mechanisms. What makes my work particularly special is the potential to translate this knowledge into new therapeutic approaches, especially for widespread diseases, such as obesity and diabetes. Equally rewarding is the collaboration with students and early-career researchers. Supporting their development and witnessing their growth as scientists is both fulfilling and highly inspiring to me.
Durststrecken oder Misserfolge im klassischen Sinne gab es für mich nicht, aber der wissenschaftliche Weg ist natürlich kein einfacher und ist mit Herausforderungen verbunden, die es zu überwinden gilt. Experimente und Projekte verlaufen nicht immer wie geplant, und manchmal erfordern Situationen auch schwierige Entscheidungen.
Solche Erfahrungen haben mir vor allem Resilienz und Selbstständigkeit vermittelt. Besonders wichtig war dabei die Unterstützung durch Mentoren, nicht nur formale, sondern auch durch Menschen im Umfeld, die an einen glauben, Orientierung geben und Mut vermitteln. Dies prägte auch meinen Anspruch, heute selbst ein unterstützendes und offenes Arbeitsumfeld zu schaffen.
Have there been particularly challenging periods or setbacks in your career? How did you overcome them?
There were no classical failures in my career; however, the scientific path is not easy and involves challenges that need to be overcome. Experiments and projects do not always proceed as planned, and some situations require difficult decisions. These experiences have primarily taught me resilience and independence. In particular, the support from my mentors, both formal and informal, has been essential. People who believe in you, provide guidance, and encourage you can make a significant difference. This also shaped my approach today, as I strive to create a supportive and open working environment for my team.
Ich hatte das große Glück, von zahlreichen engagierten Menschen begleitet zu werden. Besonders prägend waren meine Mentoren während meiner Promotion und Postdoc-Zeit, insbesondere Prof. Marc Donath und Prof. Jerrold M. Olefsky, die mich sowohl wissenschaftlich als auch persönlich maßgeblich gefördert haben. Freude und Leidenschaft für die Forschung standen dabei stets im Mittelpunkt. Meine internationalen Forschungsaufenthalte haben maßgeblich dazu beigetragen, ein vielfältiges wissenschaftliches Netzwerk aufzubauen und neue Perspektiven zu gewinnen. Ebenso entscheidend war die Förderung durch Institutionen wie den Schweizerischen Nationalfonds (SNSF) und die Larry L. Hillblom Foundation, die meine Entwicklung zur unabhängigen Wissenschaftlerin und SNSF-Professorin ermöglicht haben. Heute bin ich sehr dankbar für die Unterstützung an der Universität Zürich, insbesondere durch meinen Host Prof. Felix Beuschlein, der mir den Aufbau meiner eigenen Forschungsgruppe ermöglicht hat.
Which person or institution has supported you most in your career?
I have been fortunate to be supported by many dedicated individuals throughout my career. Especially influential were my mentors during my PhD and postdoctoral training, especially Prof. Marc Donath and Prof. Jerrold M. Olefsky, who have shaped both my scientific and personal development. Their enthusiasm and passion for research were always central and deeply inspiring. My international research experiences have likewise played a key role in building a diverse scientific network and gaining new perspectives. Equally important was the support from institutions such as the Swiss National Science Foundation (SNSF) and the Larry L. Hillblom Foundation, which enabled my development into an independent scientist and SNSF Professor. Today, I am very grateful for the support at the University of Zurich, particularly from my host, Prof. Felix Beuschlein, who has enabled me to establish my own research group.
Ich wurde vor allem von Mentoren geprägt, die Wissenschaft mit Neugier, Offenheit und echter Begeisterung gelebt haben. Besonders inspirierend war es für mich, zu erleben, wie wissenschaftliche Exzellenz, Leidenschaft und Expertise mit echter Freude an der Forschung einhergehen können. Gleichzeitig haben sie mir großes Vertrauen entgegengebracht und mir die Freiheit ermöglicht, mich eigenständig weiterzuentwickeln. Diese hat meinen eigenen Führungsstil stark beeinflusst und ist etwas, das ich heute bewusst weitergeben möchte, insbesondere Neugier, Eigenständigkeit sowie Freude an der Forschung.
Auch Wissenschaftlerinnen in meinem Forschungsumfeld, darunter meine PhD-Supervisorin Prof. Claudia Cavelti-Weder, Prof. Stephanie Ganal-Vonarburg und Olivia Osborn, haben mich durch ihre Stärke und ihre unabhängigen Karrierewege sehr inspiriert.
Did you have (female) role models who influenced your career? Which ones?
I have mainly been influenced by mentors who approached science with curiosity, openness, and genuine enthusiasm. What I found particularly inspiring was seeing how scientific excellence, passion, and expertise can go hand in hand with a true enjoyment of research. At the same time, they placed trust in me and gave me the freedom to develop independently. This has strongly shaped my own leadership style and is something I consciously aim to pass on, particularly fostering curiosity, independence, and a genuine joy for research.
Female scientists in my research environment, including my PhD supervisor Prof. Claudia Cavelti-Weder, Prof. Stephanie Ganal-Vonarburg, and Olivia Osborn, have inspired me through their strength and independent career paths.
Ich bin eine sehr offene und positive Person und lege großen Wert darauf, ein respektvolles und unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen. In meiner Betreuung stehen Vertrauen, Eigenständigkeit und eine offene Kommunikationskultur im Vordergrund. Mir ist es wichtig, Nachwuchsforschende gezielt zu fördern, sowohl wissenschaftlich als auch in ihrer persönlichen Entwicklung, und sie frühzeitig zu ermutigen, ihre Arbeit sichtbar zu machen und ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Ein kollaboratives Team sowie ein respektvoller Umgang miteinander sind für mich zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung. Dabei lege ich großen Wert auf Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. Ebenso wichtig ist mir, Diversität in all ihren Facetten zu fördern und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle, unabhängig von Geschlecht, Identität oder Herkunft, gleichermaßen entfalten könne. Mein Ziel ist es, jungen Forschenden gleichermaßen die Rahmenbedingungen zu bieten, damit sie ihr Potenzial voll ausschöpfen und ihren eigenen wissenschaftlichen Weg selbstbewusst gestalten können.
What measures do you take as a professor to support early-career researchers (especially women) at your institute?
I place great importance on creating a respectful, open, and supportive working environment. In my mentorship, I emphasize trust, independence, and open communication. I actively support early-career researchers in both their scientific and personal development and encourage them early on to make their work visible and to build their own professional networks. A collaborative team environment and mutual respect are essential foundations for successful research. I strongly value collaboration and a strong sense of team support over competition. Equally important to me is fostering diversity in all its dimensions and creating an environment where everyone, regardless of gender, identity, or background, can thrive. My goal is to provide young researchers with the conditions they need to fully realize their potential and to confidently shape their own scientific careers.
Neugierig bleiben und das verfolgen, was einen wirklich begeistert. Eine wissenschaftliche Karriere erfordert Durchhaltevermögen; demnach sind eine starke intrinsische Motivation und die Leidenschaft für die Forschung entscheidend.
Ein unterstützendes Umfeld, gute Mentoren und internationale Erfahrungen können dabei entscheidend sein, um sich wissenschaftlich weiterzuentwickeln und ein eigenes Netzwerk aufzubauen.
Ebenso wichtig ist es, den eigenen Weg selbstbestimmt zu gestalten und an sich selbst zu glauben.
What advice would you give to a young researcher considering an academic career?
Stay curious and pursue what truly excites you. A scientific career requires perseverance, and therefore, strong intrinsic motivation and a genuine passion for research are essential. A supportive environment, strong mentors, and international experience can be key to advancing your scientific work and building your professional network. Equally important is to shape your own path with confidence and to believe in yourself.
Eine ausgewogene Balance zwischen Berufs- und Privatleben ist unerlässlich. Familie und Freunde sind besonders in intensiven wissenschaftlichen Phasen eine tragende Unterstützung. Meinen Ausgleich finde ich vor allem beim Reisen, im Sport, insbesondere beim Tennis und beim Krafttraining sowie in der Musik. Während meines Postdoc-Aufenthalts in San Diego habe ich zudem die Nähe zum Wasser als besondere Energiequelle schätzen gelernt. Ich bin überzeugt, dass jede und jeder individuell herausfinden muss, was hilft, langfristig motiviert und ausgeglichen zu bleiben.
Do you consider balancing research/clinical work and private life a challenge? How do you manage it?
Maintaining a healthy balance between professional and personal life is essential. Family and friends provide important support, especially during demanding phases of a scientific career. I find balance through travel, sports -particularly tennis and strength training - and music. During my postdoctoral time in San Diego, I also came to appreciate the proximity to the water as a special source of energy. I believe that everyone needs to find their own way to stay motivated and balanced in the long term.