«Fokuswoche Forschung»

Wie werden wissenschaftliche Erkenntnisse in die medizinische Praxis umgesetzt? Wie wird die Zweckmässigkeit und Wirksamkeit neuer diagnostischer oder therapeutischer Verfahren überprüft? Wie wird die Qualität von medizinischen Informationen beurteilt? Die Beantwortung dieser für die evidenzbasierte Medizin zentralen Fragen steht im Mittelpunkt der Fokuswoche «Forschung», die in diesem Frühlingssemester erstmals für das 2. Studienjahr Medizin an der UZH durchgeführt wird.

Unter dem Leitgedanken «Wissenschaftskompetenz und kritisches Denken sind Grundlage einer wissensbasierten Medizin und medizinischen Fortschritts» will die die Fokuswoche Forschung die wissenschaftliche Kompetenz und Haltung der Studierenden stärken.

 

Einbettung in revidiertes Medizinalcurriculum

Durch die Curriculumsrevision «ZH Med4» sind vier Schwerpunkte mit entsprechenden Fokuswochen als neuer Bestandteil ins Medizinstudium an der Universität Zürich integriert worden. In der Fokuswoche Forschung geht es darum, Verständnis für den Prozess der Generierung und Translation von medizinischem Wissen zu erlangen und durch Forschung generiertes Wissen bezüglich Qualität beurteilen und bei medizinischen Fragestellungen referenzieren zu können. Schliesslich sollen die Studierenden ermutigt werden, Forschung zu betreiben. Durch die Beantwortung eines anonymisierten Fragebogens vor und nach der Fokuswoche soll die Auswirkung der Fokuswoche auf das Wissen und die Einstellung der Studierenden zur Medizinischen Forschung erfasst werden.

 

Plenarvorträge, Online-Seminare, Journal Clubs, Podiumsdiskussionen

Die vier ersten Kurstage bilden den Prozess der medizinischen Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Therapie, Diagnostik und Verfahren ab. In Plenarvorlesungen und Journal Clubs lernen die Studierenden, unter welchen rechtlichen und ethischen Bedingungen klinische Forschung stattfindet und wie die Qualität der Forschungsergebnisse sichergestellt und beurteilt wird. Zudem wird aufgezeigt, welche Hürden genommen werden müssen, damit neuentwickelte Medikamente, Diagnostikmethoden, Instrumente oder Verfahren von den Behörden für den Einsatz in der Medizin zugelassen werden. In parallelen Online-Seminaren zeigen Wissenschaftler*innen beispielhaft aus ihren eigenen Forschungsgebieten, wie aufgrund von klinischen, epidemiologischen oder genetischen Daten sowie Ergebnissen aus Experimenten, diagnostische oder therapeutische Verfahren oder medizintechnische Geräte entwickelt werden. Sie zeigen auch, wie deren Nutzen in klinischen Studien geprüft wird und wie anschliessend diese Neuerungen in Klinik und Praxis implementiert und im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit im Alltag weiter geprüft und bewertet werden. In den Podiumsdiskussionen des fünften Tages diskutieren Studierende und Wissenschaftler*innen Kontroversen zur Freiheit und Unabhängigkeit der Forschung sowie umstrittene Forschungsmethoden wie Tierversuche oder die Rolle von Patient*innen und deren Angehörigen in der Auswahl von Forschungsthemen. Schliesslich erhalten die Studierenden Gelegenheit, Fragen zur Klärung und Planung einer eigenen wissenschaftlichen Laufbahn in der Medizin zu stellen.

Weitere Informationen: UZH – Medizinische Fakultät – Curriculumrevision ZH Med4

Aleksandra Todic

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