Prof. Dr. Dr. h.c. Mutlu Özcan, PhD

Mutlu Özcan

Professorin für Dentale Materialwissenschaften

 

«Wissenschaft für die Gesundheit, nicht für den Wohlstand.»

1987 - 1993 Studium der Zahnmedizin, Universität Marmara Istanbul, Türkei

1997 - 1999

Dissertation, zahnärztlichen Fakultät der Universität Köln, Deutschland, "A Laboratory and Clinical Study on Adhesion to Metal-ceramics"

2001 - 2002

Postdoc, Prothetische Zahnheilkunde und Biomaterialienforschung, Universität Turku, Finnland

2002 - 2003

PhD, University Medical Center Groningen, Holland, "Adhesion of Resin Composites to Biomaterials in Dentistry: An Evaluation of Surface Conditioning Methods"

2002 - 2007

Assistenzprofessur, Abteilung für Zahnheilkunde, University Medical Center Groningen, Holland

2007 - 2009

Professur, Abteilung für Zahnheilkunde für klinische zahnärztliche Biomaterialien, University Medical Center Groningen, Holland

seit 2009

Professur, Leiterin der Abteilung für Dentale Materialwissenschaften, Zentrum für Zahnmedizin, Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin, Universität Zürich, Schweiz

Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Meine Forschungstätigkeit ist stark mit der Lösung klinischer Probleme in der Zahnheilkunde verbunden. Als Kliniker haben mich die Erkennung klinischer Komplikationen, meine Art des Denkens und das Interesse an der Problemlösung in der Forschung angetrieben. Ich sehe Forschung nicht als eine einzelne Instanz. Im Gegenteil: Forschung und klinische Aktivitäten sind stark miteinander verwoben.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Die drei Säulen des akademischen Lebens, nämlich Forschung, Klinik und Lehre sowie deren Wechselwirkungen, sind für mich besonders attraktiv. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben einen wesentlichen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir Medizin und Zahnmedizin praktizieren und unterrichten.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Die Wissenschaft schreitet niemals nur vorwärts. Ein echter Wissenschaftler erlebt Herausforderungen in der Forschung zusammen mit anderen akademischen Auseinandersetzungen, die üblich sind und auch mir passierten. Mit solchen Hürden lernt man jedoch, alternative Routen zu entwickeln und dadurch die Fähigkeiten zur Problemlösung zu verbessern.

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs (insbesondere Frauen) an Ihrem Institut zu fördern?

Meines Wissens bin ich die erste Professorin in der gesamten Geschichte des Zentrums für Zahnmedizin der Universität Zürich. Ich denke das spricht für sich. Akademische Beförderungen sollten an der akademischen Leistung jedes Einzelnen gemessen werden. Trotzdem sage ich Kolleginnen, dass das Thema Geschlecht sie nicht entmutigen darf, sich für eine akademische Laufbahn zu engagieren und dass sie nicht zögern sollten, wenn sich ihnen Möglichkeiten bieten für eine akademische Karriere.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

Ich sage den jungen Forschern, dass die akademische Laufbahn die folgenden Voraussetzungen erfordert: Engagement, Disziplin, Ehrlichkeit, gute zeitliche und strategische Planung. Ich rate ihnen auch, an ihrer persönlichen Entwicklung zu arbeiten und zu lernen, ihre Beobachtungsfähigkeiten zu verbessern, indem sie sich anderen Umgebungen als der akademischen aussetzen.

Ist es aus Ihrer Sicht eine Herausforderung die Balance zwischen Forschung/der praktischen Arbeit in der Klink und der Familie/dem Privatleben zu halten? Wie gehen Sie damit um?

Es gibt Zeit für alles im Leben, sei es für Forschung, klinische Aktivitäten oder das Privatleben. Man muss jedoch die Tatsache akzeptieren, dass die Intensität für jeden Aspekt über die Lebenszeit variieren kann und die Zeit, die hierfür aufgewendet wird, im Tagesablauf möglicherweise nicht gleichmässig verteilt ist. Ich persönlich brauche auch vereinzelt Zeit, mich mit Themen zu befassen, die mich beschäftigen, um mein inneres Gleichgewicht zu finden, meine Kreativität und Motivation zu fördern, damit ich über andere Personen reflektieren kann, mit denen ich arbeite oder mit denen ich interagiere.