Prof. Dr. Susanne Becker

Susanne Becker

SNF-Prima Förderprofessorin Chiropraktische Medizin

 

«Das einzige Erwartbare ist das Unerwartete.»

1999 - 2004 Psychologie an der Universität Mannheim, Deutschland

2006 - 2013

Master of Science, Mathematik – Methoden und Modelle an der FernUniversität Hagen, Deutschland

2005 - 2009 Dissertation an der Universität Mannheim, Otto-Selz Institut für Angewandte Psychologie, Mannheim Deutschland
«Implicit operant learning of pain sensitization and habituation in healthy participants and fibromyalgia patients»

2009 - 2010

Otto-Selz-Institut für Angewandte Psychologie, Universität Mannheim, Deutschland, Biologische Psychologie
2010 - 2013 Alan Edwards Centre for Research on Pain, McGill University, Montreal, Kanada; Neurowissenschaften
2013 - 2015 Institut Neuropsychologie und Klinische Psychologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland; Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
seit 2016 Leiterin der Arbeitsgruppe «Psychobiologie des Schmerzes», Institut Neuropsychologie und Klinische Psychologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland; Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
2019 - 2021 Arbeitsgruppenleiterin, SNF PRIMA Projekt, Forschung Chiropraktische Medizin, Balgrist Universitätsklinik, Universität Zürich, Zürich, Schweiz
12/2018 Habilitation an der Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland, «Wenn Schmerz und Belohnung aufeinandertreffen: Effekte von Motivationskonflikten auf Wahrnehmung und Verhalten und deren neurophysiologische Mechanismen»
01.02.2021 SNF-PRIMA Förderprofessorin, Forschung Chiropraktische Medizin, Balgrist Universitätsklinik, Universität Zürich, Schweiz

Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Aus purer Neugier und dem damit verbundenen Wunsch (wissenschaftliche) Fragen zu beantworten, insbesondere um damit unser Wissen über die Funktionsweise der menschlichen Sinne voranzubringen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Es warten ständig neue Herausforderungen und Fragestellungen, die mich faszinieren. Die Arbeit wird nie langweilig.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Ablehnungen zum Beispiel von Fördermittelanträgen, Stipendien, eingereichten Manuskripten gehören leider zum Alltag als Wissenschaftler*in. Natürlich gibt es mal bessere und mal schlechtere Phasen. Über schlechtere Phasen bringt mich das Wissen der Statistik: bei einer Ablehnungsrate von ca. 80-90%, was nicht selten ist, muss einfach auch was abgelehnt werden.

Welche Person / welche Institution hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? 

Ich hatte immer das Glück in sehr förderlichen Umgebungen gearbeitet zu haben, dazu zählen ausnahmslos alle meine beruflichen Stationen bisher, wobei die Schwerpunkte der Unterstützung unterschiedlich waren. Gerade aber diese Unterschiedlichkeit hat mir sehr geholfen zu lernen, Dinge und Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Hatten Sie (besondere weibliche) Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?

Ich hatte auch hier das Glück, dass ich bisher viel mit sehr erfolgreichen Wissenschaftlerinnen zusammenarbeiten konnte. Gerade diese Einblick, die sich durch eine solchen enge Zusammenarbeit ergeben, waren für mich deutlich prägender und förderlicher als die typischen, gerne genannten weiblichen Wissenschaftlerinnen in Vorreiterrollen, wobei diese in ihrer Strahlkraft und frühen Errungenschaften natürlich unersetzlich sind.

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs (insbesondere Frauen) an Ihrem Institut zu fördern?

Diversität ist mir in jeglicher Hinsicht in meiner Arbeitsgruppe wichtig, daher ist eine offene, vorurteilsfreie Diskussionskultur oberstes Gebot.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

«be aware» - Forscherinnen sind immer noch überraschend häufig mit diskriminierenden Aspekten auf struktureller und persönlicher Ebene konfrontiert. Diese sollte man sich schon früh in der Karriere bewusstwerden, um damit gezielt umgehen zu können und auch selbst an einem Umschwung zu arbeiten.

Ist es aus Ihrer Sicht eine Herausforderung die Balance zwischen Forschung/der praktischen Arbeit in der Klink und der Familie/dem Privatleben zu halten? Wie gehen Sie damit um?

Ja, dieser Herausforderung muss sich jede/r stellen, die/der Forschung und Familie/Privatleben vereinen will. Gleichgestelltes Denken und Handeln ist in mir persönlich so tief verwurzelt, dass ich lange gebraucht habe, festzustellen, dass dies kein selbstverständliches Gut ist – dadurch leben ich dies privat und beruflich aber schon immer, was meinen Alltag massiv entlastet.