Prof. Dr. phil. Monique Pfaltz

Professorin Klinische und experimentelle Psychophysiologie

Prof. Monique Pfaltz

"Forschungsprojekte durchzuführen hat etwas Kreatives"

 

1999-2004

Universität Basel

2002-2003

University of Columbia, Missouri, USA

2004-2008

Dissertation, Universität Basel

2011-2013

Postdoc, Psychology Department, Harvard University

Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Forschungsprojekte durchzuführen hat etwas Kreatives. Alle Projektphasen verlangen Flexibilität und Offenheit gegenüber Unerwartetem. Ich mag die Vielfältigkeit der Aufgaben. So kann ich mich etwa zum Nachdenken und Schreiben zurückziehen, bin aber auch in Kontakt mit Studienteilnehmenden und projektbeteiligten Kolleginnen und Kollegen. Besonders spannend finde ich den Beginn eines Projekts: Wenn alles noch offen ist und es darum geht, neue Ideen zu entwickeln, Altes kritisch zu hinterfragen und sich schliesslich auf eine Fragestellung festzulegen, um diese anschliessend mit einer gewissen Hartnäckigkeit zu verfolgen.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Diese gibt es immer wieder. Ich frage mich in solchen Zeiten, was mir eigentlich Freude macht an meiner Arbeit und welche Themen mich besonders interessieren. Dann mache ich eine Zeit lang möglichst viel von dem, worauf ich Lust habe. Alles andere kommt von selbst (wieder).

Welche Massnahmen ergreifen Sie als Professorin, um den wissenschaftlichen Nachwuchs (insbesondere Frauen) an Ihrem Institut zu fördern?

Ich bin gerne im Austausch mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Frauen scheinen mir oft mehr Hemmungen zu haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Ich ermutige sie, gewohnte Denkstrukturen zu verlassen und sich für das einzusetzen, was ihnen wichtig ist. Ich traue ihnen etwas zu. Und ich erzähle aus meinem eigenen (Berufs-) Leben.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

Sich gut zu vernetzen. Nicht nur mit „Peers“ sondern auch mit hierarchisch höher gestellten Personen den fachlichen Austausch zu suchen und zu pflegen. Sich für die eigenen Interessen, auf die eigene Art und Weise, einzusetzen. Dranzubleiben, wenn es Hindernisse gibt.

Ist es aus Ihrer Sicht eine Herausforderung die Balance zwischen Forschung/der praktischen Arbeit in der Klink und der Familie/dem Privatleben zu halten? Wie gehen Sie damit um?

Ich arbeite sehr gerne. Und ich habe drei wunderbare Kinder. Ich empfinde das oft als Spagat zwischen zwei Welten, mit Balance hat es für mich wenig zu tun. Beruflich konzentriere ich mich auf Projekte, die mich herausfordern und interessieren und auf Menschen, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Zudem stecke ich mir realistische berufliche und private Ziele.