Prof. Dr. med. Ruxandra Bachmann-Gagescu

Professorin Medizinische Genetik- Modellierung von Ziliopathien

Ruxandra Bachmann-Gagescu

„Ich wollte immer das „Warum“ der Sachen verstehen.“

 

1992 - 1998 Studium der Humanmedizin, Universität Genf
1998 - 2001 Dissertation: Diagnostic prénatal des cardiopathies congénitales par échocardiographie fœtale et leur suivi postnatal à Genève (Fetaler Herzultraschall), Medizinische Fakultät, Universität Genf.
2001 - 2003 Postdoc in developmental Biology- Laboratory of Dr. Cecilia Moens, Fred Hutchinson Cancer Research Centre, Seattle, USA
2007 Facharzttitel FMH Pädiatrie
2012 Facharzttitel FMH Medizinische Genetik
2011 - 2012 Acting Assistant Professor and attending physician Medical Genetics, Depart-ment of Pediatrics, University of Washington, Seattle, USA
seit 2017 SNF-Förderungsprofessur “Understanding the molecular mechanisms underlying phenotypic variability in ciliopathies”, Institut für medizinische Genetik, Universität Zürich

Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Seit meinen Jahren als Studentin der Humanmedizin war mir klar, dass die Forschung für mich wichtig ist; ich wollte immer das „Warum“ der Sachen verstehen. Besonders die Embryologie hat mich fasziniert, und ich wollte schon immer verstehen, wie ein komplexer Mensch aus einer befruchteten Eizelle entstehen kann.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit und was ist das Besondere dabei?

Ich liebe die Vielfältigkeit meiner Arbeit, kein Tag gleicht dem anderen. Dank der Herausforderung, immer Neues zu lernen und zu verstehen, bleibt die Arbeit immer spannend. Zudem erinnern mich meine Patientinnen und Patienten ständig an die Wichtigkeit meiner Forschungsaktivität.

Gab es in Ihrer Karriere besonders prägende Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?

Den schwersten Moment meiner Karriere erlebte ich wahrscheinlich nach Beendigung meiner Ausbildung als Kinderärztin. Ich wollte meine Forschung unbedingt fortführen, hatte aber Mühe, meine ärztliche Aktivität mit der Forschung zu kombinieren. Schlussendlich überwand ich diese Schwierigkeit, indem ich in Amerika die Ausbildung als Genetikerin machte.

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin auf den Weg, die eine akademische Karriere ins Auge fasst?

Idealerweise sollten dieselben Tipps für eine Jungforscherin wie für einen Jungforscher gelten…

Damit dies funktioniert, ist es wichtig, dass die Jungforscherin mit ihrem Partner klärt, dass beide dasselbe Recht auf eine Karriere haben und dieselben Aufgaben zu Hause erledigen können. Von einer Frau wird oft erwartet, dass Sie trotz Karriere für Haushalt und Kinder zuständig ist oder sich sogar zwischen Familie und Karriere entscheidet. Zudem wird ihr in unserer Gesellschaft ein schlechtes Gewissen vermittelt, wenn ihre Kinder viel Zeit in der Krippe oder im Hort verbringen, während man den Vätern dieser Kinder nichts vorwirft. Dagegen müssen sich junge Frauen unbedingt wehren. Richtige Gleichstellung heisst, dass Männer und Frauen dieselben Möglichkeiten haben UND dieselben Aufgaben teilen.

Ist es aus Ihrer Sicht eine Herausforderung die Balance zwischen Forschung/der praktischen Arbeit in der Klink und der Familie/dem Privatleben zu halten? Wie gehen Sie damit um?

Natürlich ist es eine Herausforderung die Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten, aber eigentlich sehe ich keinen Grund, warum dies für Frauen anders sein sollte als für Männer. Abgesehen von den ersten Lebenswochen eines Kindes, kann und sollte die Betreuung der Kinder geteilt werden. In dem Sinn habe ich das Glück, dass mein Mann – ein Vollzeit tätiger Akademiker an der ETH - sich an allen Haushalts- und Betreuungsaktivitäten beteiligt. Die Balance zwischen Arbeit und Privatleben schaffen wir uns durch die Priorisierung von Familien-Qualitätszeit: Eine Wanderung am Wochenende, ein gemeinsam genossener Film oder eine schöne Reise in den Ferien hält das Familienleben zusammen und bringen die Erholung, die unser Hirn braucht, um weiterzumachen!